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Buchprojekt „Rädelsführer“

Jochen Voit / Gabriele Stötzer:
RÄDELSFÜHRER – Studentischer Protest in der DDR 1976

Buchcover Rädelsführer

Die Erfurter Universität rühmt sich ihrer Jahrhunderte alten Tradition. Doch über die DDR-Zeit lässt sich wenig Rühmliches erzählen. Damals gab es auf dem Campus eine Pädagogische Hochschule, an der Lehrerinnen und Lehrer ausgebildet wurden. Das Studium war von ideologischer Bevormundung durch die Staatspartei SED und autoritärem Gebaren der Hochschulleitung geprägt. Im Buch geht es um einen beispielhaften Fall studentischer Opposition gegen die repressive Bildungspolitik der DDR: Den Stein ins Rollen bringt der Student Wilfried Linke, indem er einen kritischen Artikel für die Hochschulzeitung schreibt. Der Artikel wird nie gedruckt, Linke zwangsexmatrikuliert. Seine Mitstudierenden verfassen einen Protestbrief an Bildungsministerin Margot Honecker und wünschen sich „offene Diskussionen“. Honecker reagiert mit Härte. Die Studierenden werden zur Zurücknahme der Unterschrift gedrängt. Einige werden mit Zwangsexmatrikulation bestraft und Studienverbot für sämtliche Hochschulen der DDR. Andere müssen sich in hysterisch anmutenden FDJ-Aktivtagungen öffentlich distanzieren. Eine spannende Erfurter Skandalchronik und noch viel mehr: Wie unterm Brennglas zeigt sich hier die Unterdrückung einer aufkeimenden Jugendbewegung am Vorabend der Biermann-Ausbürgerung…

Geplanter Umfang 
ca. 180 Seiten 

Erscheinungstermin
Herbst 2018 (Lukas Verlag)

Förderung
Stiftung Ettersberg (Weimar/Erfurt), Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur (Berlin)